Christoph Martin Wieland

Christoph Martin Wieland (1733-1813) war für eine Zeit lang der meistgelesene und bestbezahlte Autor. Seine Werke wurden bereits zu seinen Lebzeiten in 13 Sprachen übersetzt. Er war ein bedeutender Protagonist der Aufklärung und ebnete gleichzeitig den Weg für die deutsche Klassik in der Literatur. Wieland war auch ein wichtiger Übersetzer: Er übertrug 22 Shakespeare-Dramen erstmals ins Deutsche. Mit Wieland begann die deutsche Shakespeare-Faszination.

Wieland wurde in Oberholzheim geboren und wuchs in Biberach auf – eine Kleinstadt in Süddeutschland. Bereits in jungem Alter zeigte sich sein Sprachtalent; auch in Fremdsprachen. Er ging mit 14 Jahren auf ein renommiertes Internat in der Nähe von Magdeburg (Klosterbergen). Mit 15 begann er, Philosophie in Erfurt zu studieren und wechselte anschließend auf Jura in Tübingen. Allerdings beendete er sein Studium nicht, sondern startete seine Schriftstellerkarriere. 1750 ging er dafür in die Schweiz zu Johann Jakob Bodmer. 1760 kam er nach Biberach zurück und arbeite in einer gehobenen Position in der Stadtverwaltung. Während seiner Zeit in Biberach verfasste er den ersten deutschen Bildungsroman Die Geschichte des Agathon (1766) sowie viele weitere Werke, die ihm weltweiten Ruhm einbrachten.

1769 wurde Wieland zum Professor der Philosophie in Erfurt berufen. 1772 ging er schließlich als Prinzenerzieher an den Weimarer Hof, um dort Prinz Karl August zu unterrichten. Während seiner Weimarer Zeit publizierte Wieland die langlebigste und auflagenstärkste deutsche Zeitschrift des 18. Jahrhunderts: Den Teutschen Merkur. Unter anderem durch Wielands Reputation und seinen Einsatz kamen auch Goethe, Schiller und Herder nach Weimar und bildeten gemeinsam das »Viergestirn der Weimarer Klassik«. Wieland starb im Alter von 79 Jahren am 20. Januar 1813 in Weimar-Oßmannstedt.  

Christoph Martin Wieland, Ölgemälde
Georg Oswald May, 1779 Wieland Archiv

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