Der
Christoph-Martin-Wieland-Preis ist ein deutscher Literaturpreis, der alle
zwei Jahre (im September) in Biberach an der Riß für herausragende Übersetzungen
verliehen wird. Er wird vom Ministerium für Wissenschaft, Forschung
und Kunst Baden-Württemberg finanziert und vom Freundeskreis zur internationalen
Förderung literarischer und wissenschaftlicher Übersetzungen e.V.
ausgeschrieben. Die Auszeichnung ist mit 12.000 Euro dotiert.
Geschichtlicher Hintergrund
Nach seiner Übersiedlung nach Zürich begann Wieland, der sich als
rund Zwanzigjähriger im Haus Johann Jakob Bodmers mit Hilfe einer Grammatik,
einem Wörterbuch und fremdsprachigen Textausgaben Englisch selbst beigebracht
hatte, voller Begeisterung die Dichtungen William Shakespeares (1564-1616)
zu lesen. Dieses große Leseerlebnis wurde für Wieland rasch produktiv,
da er nach seiner Rückkehr in seine Heimatstadt Biberach Anfang Januar
1761 in seiner Übertragung und Inszenierung Shakespeares „Tempest” unter
dem publikumswirksamen Titel „Der Sturm oder Der erstaunliche Schiffbruch” auf
die Bühne brachte. Durch diesen Publikumserfolg bestärkt und ermutigt,
wagte sich Wieland, obgleich er weder auf die Arbeiten von Vorgängern,
noch auf zulängliche Quellen und Hilfsmittel zurückgreifen
konnte, an die Gesamtübersetzung von Shakespeares Dramen. Das ehrgeizige
Unternehmen, das er selber manchmal als eine „Galeeren Sclaven-Arbeit” verwünscht
hat, brachte Wieland bereits im Jahre 1766 zu einem erfolgreichen Abschluss.
Heute ist unumstritten, dass Wieland durch seine zweiundzwanzig Dramen umfassende Übersetzung
den großen englischen
Dichter erstmals in der deutschen literarischen Öffentlichkeit bekannt
machte und deshalb als Wegbereiter Shakespeares in Deutschland bezeichnet
werden kann.
Preisträger
1979 Fritz Vogelgsang
1981 Heinz Riedt
1983 Klaus Reichert
1985 Karl Dedecius
1987 Gerd Henniger
1989 Renate Orth-Gutmann
1991 Holger Fliessbach
1993 Birgitta Kicherer
1995 Berthold Zilly
1997 Christa Schuenke
1999 Maja Pflug
2001 Frank Günther
2003 Anke Caroline Burger
2005 Petra Willim
2007 Dorothea Trottenberg
2009 Gisela Kraft
2011 Burkhart Kroeber